Mikrochirurgische Spinalkanaldekompression (konventionelle Technik)

Es begann schon vor 20 Jahren mit einem leichten Schmerz im Rücken – bald schon fielen mir lange Wanderungen zunehmend schwerer. Heute fallen mir schon kurze Strecken, wie z. B. die 300-500 m zum Einkaufen, schwer. Bereits nach 100 m werden die Beine schwer, nach 200 m überwiegt der Schmerz in den Beinen und ich muß mich hinsetzen. Immer häufiger muß ich Ausflüge absagen, weil ich nicht laufen kann. Anfangs halfen die Schmerzmittel, besser laufen konnte ich aber auch damit nicht. Mein Orthopäde veranlasste nach einiger Zeit ein MRT (bzw. CT), eine Durchblutungsstörung wurde vom Gefäßchirurgen ausgeschlossen. Auf den Bildern hat sich der Verdacht auf eine Einengung des Rückenmarkskanals bestätigt. Inzwischen vermeide ich unnötiges Ausgehen aus dem Haus, durch die mangelnde Bewegung habe ich zwar auch etwas zugenommen, aber vor allem Kraft und Energie verloren. So können die Beschwerden aussehen, wenn eine Einengung des Rückenmarkskanals der Lendenwirbelsäule auf den Ischiasnerv drückt. Die nicht-operativen Maßnahmen beschränken sich hier auf Physiotherapie und Schmerzmitteleinnahme, ein operatives Verfahren steht auch hier an letzter Stelle. Die mikrochirurgische Erweiterung des Rückenmarkskanals dauert ca. 60 Minuten, der Klinikaufenthalt ca. 7 Tage. Schon am Tag nach der Operation steht der Patient in Begleitung der Physiotherapie auf, Sitzen ist mit einem Lendengurt sofort nach der Operation erlaubt. Abgesehen von einem erträglichen, dumpfen Wundschmerz im Rücken und einer 4-10 cm langen Narbe (nach Länge der Einengung) bleibt keine Folge zurück – (Querschnitt-) Lähmungen werden heute bei einem erfahrenen Operateur nicht mehr gesehen. Durch spezielle Spreizer reichen dem erfahrenen Operateur schon sehr kleine Schnitte, um den vollen Überblick zu behalten. Durch ein Operationsmikroskop lassen sich auch die feinsten Nerven und Gefäße darstellen und schonen, während das den Rückenmarkskanal auskleidende und darüber hinaus funktionslose „gelbe Band“ (Lig. flavum) entfernt wird, knöcherne Überstände werden zusätzlich geglättet, bis der Kanal eine ausreichende Weite aufweist. Wichtig ist bei dieser Operation der Erhalt der Stabilität der Wirbelsäule. Bei nicht ausreichender Stabilität, die sich durch zusätzlich bestehenden Rückenschmerz ausdrückt, kann ein kleiner Stabilisator/Abstandhalter aus Titan, das sog. „U“, den Rückenschmerz deutlich lindern. Unmittelbar nach der Operation verschwindet der Ischias-Nervenschmerz und der Nerv beginnt, sich zu regenerieren. Die Rekonvaleszenz beträgt aufgrund der langen Heilungsdauer am Spinalkanal 6-8 Wochen. Eine etwa dreiwöchige, ambulante oder stationäre Rehabilitation empfiehlt sich, sofern sie vom Patienten gewünscht wird.Eine Ambulante Rehabilitation kann auf Wunsch organisiert werden. Entscheidend ist bei diesem technisch sehr aufwändigen und dadurch mitunter teuren Verfahren die Erfahrung des Operateurs – mit ihm steht und fällt das OP-Risiko sowie die Eingriffsdauer und das Ergebnis.