Mikrochirurgische Bandscheibenprothetik der HWS und LWS

Es begann schon vor einigen Jahren mit einem leichten Schmerz im Rücken. Bald schon traten diese Beschwerden nach geringer Belastung, teilweise in Ruhe auf, hexenschussartige Schmerzen traten immer häufiger auf, so dass ich immer wieder nicht arbeiten konnte. Heute fällt mir schon das Aufheben von leichten Gegenständen schwer. Eigentlich bestehen die Schmerzen permanent. Anfangs halfen die Schmerzmittel, trotzdem konnte ich schließlich im Alltag nicht mehr zurechtkommen. Mein Orthopäde veranlasste nach einiger Zeit ein MRT. Auf den Bildern hat sich der Verdacht auf einen starken Verschleiß der Bandscheibe (die sog. Osteochondrose) bestätigt. Inzwischen vermeide ich unnötiges Ausgehen aus dem Haus, durch die mangelnde Bewegung habe ich zwar auch etwas zugenommen, aber vor allem Kraft, Energie und Lebensfreude verloren. So könnten die Beschwerden aussehen, wenn ein starker Verschleiß der Bandscheibe (die sog. Osteochondrose) vorliegt. Die nicht-operativen Maßnahmen beschränken sich hier auf Physiotherapie, Bandagen und Schmerzmitteleinnahme, ein operatives Verfahren steht auch hier an letzter Stelle. Das Einsetzen einer Bandscheibenprothese dauert ca. 60-80 Minuten, der Klinikaufenthalt ca. 7 Tage für die LWS, an der HWS ca. 5 Tage. Schon am Tag nach der Operation steht der Patient in Begleitung der Physiotherapie auf, Sitzen ist mit einem Lendengurt/ einer weichen Halskrawatte sofort nach der Operation erlaubt. Abgesehen von einem erträglichen, dumpfen Wundschmerz im Rücken und einer 5-8 cm langen Narbe der LWS (HWS 2-4 cm) auf der Vorderseite des Körpers am Bauch bzw. Hals bleibt keine Folge zurück – (Querschnitt-)Lähmungen werden heute bei einem erfahrenen Operateur nicht mehr gesehen. Durch spezielle Spreizer reichen dem erfahrenen Operateur schon sehr kleine Schnitte, um den vollen Überblick zu behalten. Durch ein Operationsmikroskop lassen sich ggfs. auch die feinsten Nerven und Gefäße darstellen und schonen. Die Bandscheibenprothese wird dabei von vorn – unter Umgehung des Rückenmarkskanals – schonend in den verschlissenen Bandscheibenraum eingebracht. Schon bald nach der Operation verschwindet der chronisch bohrende Schmerz. Die Rekonvaleszenz beträgt aufgrund der langen Heilungsdauer am Spinalkanal sowie der langsamen knöchernen Integration der Bandscheibenprothese 4-8 Wochen. Eine etwa dreiwöchige, ambulante oder stationäre Rehabilitation empfiehlt sich, sofern sie vom Patienten gewünscht wird.