Mikrochirurgische Wirbelsäulenstabilisierung (PLIF/TLIF)

Schon in der Jugend verspürte ich häufig unter Belastung leichten Schmerz im Rücken – bald schon traten diese Beschwerden nach geringer Belastung, teilweise in Ruhe auf, hexenschussartige Schmerzen traten mitunter so stark auf, dass ich nicht arbeiten konnte. Heute fällt mir schon das Aufheben von leichten Gegenständen sowie kurze Wegstrecken, wie z. B. die 300-500 m zum Einkaufen, schwer. Eigentlich bestehen die Schmerzen permanent. Mein Orthopäde veranlasste neben einer Röntgenaufnahme nach einiger Zeit ein MRT (bzw. CT), eine Durchblutungsstörung wurde vom Gefäßchirurgen ausgeschlossen. Auf den Bildern hat sich der Verdacht auf eine Einengung des Rückenmarkskanals, ausgelöst durch ein Wirbelgleiten (Spondylolisthesis, Postnukleotomiesyndrom) bestätigt. Inzwischen vermeide ich unnötiges Ausgehen aus dem Haus, durch die mangelnde Bewegung habe ich zwar etwas zugenommen, aber vor allem Kraft und Energie verloren. So könnten die Beschwerden aussehen, wenn eine Instabilität der Lendenwirbelsäule (Spondylolisthesis, Postnukleotomiesyndrom) auf den Ischiasnerv drückt. Die nicht-operativen Maßnahmen beschränken sich hier auf Physiotherapie, Bandagen und Schmerzmitteleinnahme, ein operatives Verfahren steht auch hier an letzter Stelle. Die operative Stabilisierung eines Lendenwirbelsäulensegmentes dauert ca. 90 Minuten, der Klinikaufenthalt ca. 10-12 Tage. Schon am Tag nach der Operation steht der Patient in Begleitung der Physiotherapie auf, Sitzen ist mit einem Lendengurt sofort nach der Operation erlaubt. Abgesehen von einem erträglichen, dumpfen Wundschmerz im Rücken und einer 8-12 cm langen Narbe bleibt keine Folge zurück – (Querschnitt-)Lähmungen werden heute bei einem erfahrenen Operateur nicht mehr gesehen. Durch spezielle Spreizer reichen dem erfahrenen Operateur schon kleine Schnitte, um den vollen Überblick zu behalten. Durch ein Operationsmikroskop lassen sich ggfs. die feinsten Nerven und Gefäße darstellen und schonen, während der Rückenmarkskanal erweitert wird. Parallel werden 4 Titanschrauben und ein kleiner körbchenförmiger Stabilisator aus PEEK, einem gut verträglichen Kunststoff, in die Wirbelkörper bzw. den Bandscheibenraum eingebracht. Allergische Reaktionen können bei diesem Material sicher ausgeschlossen werden. Die Rekonvaleszenz beträgt aufgrund der langen Heilungsdauer am Spinalkanal sowie der natürlichen Integrationsprozesse 6-12 Wochen. Eine etwa dreiwöchige, ambulante oder stationäre Rehabilitation empfiehlt sich, sofern sie vom Patienten gewünscht wird. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule erweist sich nach der Operation trotz Fusion eines Bewegungssegmentes häufig als besser im Vergleich zum Zeitraum vor der Operation – die Ursache dafür ist in der operativ bedingten Schmerzreduktion zu sehen.