Minimal-invasive Wirbelzementierung (Vertebroplastie/Kyphoplastie)

Schon lange bestand ein leichter Schmerz im Rücken, der Arzt hatte schon eine beginnende Osteoporose geäußert. Bislang war aber die Nahrungsergänzung von Calcium und Vitamin D vollkommen ausreichend. An diesem Tag hob ich wie immer die Einkäufe nach dem Aufschließen der Haustür an. Dabei ist es passiert: Mich durchfuhr ein unaufhörlicher, nicht enden wollender Schmerz im Rücken, der trotz Schmerzmittel bis zum nächsten Tag nicht nachließ. Eher noch nahm der Schmerz zu. Mein Arzt veranlasste sofort ein Röntgenbild, dabei hat sich der Verdacht auf einen Wirbelkörperbruch bestätigt. Inzwischen habe ich seit über 1 Woche diese unerträglichen Schmerzen, die ich bei jedem Schritt spüre. So könnten die Beschwerden aussehen, wenn ein Wirbelbruch auftritt. Bei nicht-operativer Therapie im Korsett halten die Schmerzen mindestens 6 Wochen, mitunter jedoch monate- bis jahrelang an. Häufig bricht der Wirbel so unglücklich zusammen, dass daraus die Entwicklung eines Rundrückens (der sog. Witwenbuckel) resultiert und weitere Brüche deutlich begünstigt werden. Die minimal-invasive Wirbelzementierungs-Operation dauert ca. 20 Minuten, der Klinikaufenthalt ca. 3-4 Tage. Sie könnte ebenfalls ambulant erfolgen, dies ist jedoch von den Krankenkassen (noch?) nicht zugelassen. Über einen winzigen, hinterher kaum sichtbaren (!) Schnitt wird eine Sonde unter wiederholter Röntgenbetrachtung in den defekten Wirbelkörper eingebracht. Das Rückenmark bleibt dabei unberührt. Ganz langsam wird dann unter genauer Röntgenbetrachtung der gut sichtbare Knochenzement in den unter Narkose vorher aufgerichteten Wirbelkörper eingelassen. Dies erfolgt bei der Kyphoplastie mittels eines speziellen Ballons, der schrittweise mit Luft gefüllt wird. Schon kurz nach der Operation darf der Patient aufstehen, der gesamte Schmerz ist fast ausnahmslos unmittelbar nach der Operation vollständig verschwunden. Wundschmerzen bestehen fast nie, die Narbe ist häufig schon nach Wochen nahezu unsichtbar. Das Risiko für (Querschnitt-)Lähmungen ist beim erfahrenen Operateur zu vernachlässigen. Die Rekonvaleszenz beträgt mitunter weniger als eine Woche, aufgrund der langen Heilungsdauer von Bandscheiben wird sie jedoch mit 6-8 Wochen angegeben. Eine Rehabilitationsmaßnahme erübrigt sich in der Regel aufgrund der Beschwerdefreiheit.