Facettenkoagulation

Schon beim Aufstehen verspüre ich diesen starken, bohrenden Schmerz im Kreuz, der langsam in Gesäß und Beine wandert. Eine unglückliche Bewegung oder schon das Tragen leichter Einkäufe führt dazu, dass mich der Schmerz bis in den Schlaf begleitet. So oder ähnlich werden Schmerzen geschildert, die ihren Ursprung in den kleinen Wirbelgelenken (=Facettengelenken) nehmen. Für dieses häufige Syndrom gibt es ein wenig aufwändiges, ungefährliches, minimal-invasives und ambulantes Verfahren, das Schmerzen für lange Zeit erheblich reduziert oder auch ganz und gar kuriert. Bei der Facettenthermokoagulation handelt es sich um eine relativ neue, jedoch klinisch gut erprobte minimal-invasive Schmerztherapie der Lendenwirbelsäule, die gezielt die Weiterleitung des Schmerzes zum Gehirn unterbricht. Dabei werden die schmerzleitenden Nervenfasern der Lendenwirbelsäule wirbelsäulennah bei einer Temperatur von 80-90°C für 60-90 Sekunden mit einer sehr feinen Nadel verödet. Diese Methode bedarf keiner Narkose und keines Messers; ein schwaches Lokalanästhetikum genügt, um dieses Verfahren nahezu schmerzfrei innerhalb etwa 30 Minuten durchzuführen. Die währenddessen durchgeführten Stimulationstests schließen eine neurologische Störung nahezu vollständig aus. Nach Beendigung des Verfahrens kann der Patient sofort aufstehen und sich normal bewegen, der Effekt, also die Schmerzlinderung, tritt meist schon innerhalb weniger Tage ein. Leider ersetzt dieser Eingriff die operativen Verfahren nicht grundsätzlich, kann aber in vielen Fällen chronischer Schmerzen dem Aufschub operativer Maßnahmen dienen und kann bei Bedarf sogar uneingeschränkt wiederholt werden.